Kreatin gilt als am besten erforschtes Nahrungsergänzungsmittel überhaupt. Während bei vielen Präparaten der Nutzen fraglich ist, sind für Kreatin mehrere positive Wirkungen identifiziert worden. Eine davon wurde bislang kaum beachtet: das Potenzial von Kreatin, bei bestimmten Verletzungen den Genesungsprozess zu beschleunigen.

Was ist Kreatin? Bei Kreatin (C4H9N3O2) handelt es sich um eine körpereigene Substanz, die aus den drei Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin gebildet wird. Dieser Prozess verläuft in mehreren Stufen in den Nieren, der Bauchspeicheldrüse und der Leber.

Aufnahme von Kreatin und Verteilung im Körper. Der Mensch benötigt insgesamt circa drei bis vier Gramm Kreatin pro Tag. Der Körper produziert durch Synthese aus den drei genannten Aminosäuren etwa ein bis zwei Gramm, also knapp die Hälfte des täglichen Bedarfs; der Rest muss über die Nahrung zugeführt werden. Wie der Begriff Kreatin (von griechisch kreas, „Fleisch“) bereits andeutet, findet sich der Nährstoff in nennenswerten Mengen ausschließlich in Fleisch (einschließlich Fisch, Geflügel et cetera). Eine nichtvegetarische Mischkost liefert durchschnittlich rund ein Gramm Kreatin pro Tag. Kreatin findet sich praktisch im ganzen Körper, davon etwa 95 Prozent in der Muskulatur und fünf Prozent vorwiegend verteilt auf das Gehirn, die Leber und die Nieren. Aber auch Nervenzellen, die Netzhaut im Auge, das Innenohr, die Hoden und weitere Zellen des Körpers enthalten Kreatin. Das im Muskel enthaltene Kreatin liegt zu einem kleineren Teil in Form von freiem Kreatin und zu ungefähr 60 bis 75 Prozent als Kreatinphosphat vor.