Hat der Mensch zwei „Motoren“ zur Energiegewinnung – einen für Fette und einen für Kohlenhydrate? Zumindest könnte man das annehmen, wenn man dem Mythos glaubt, dass zum Abnehmen körperliche Aktivität langsam und lange durchgeführt werden muss. Denn nur dadurch, so sagt man, werden überschüssige Fettreserven bestmöglich verbrannt. Bewegt man sich hingegen mit hoher Intensität und kurz, werden größtenteils Kohlenhydrate verfeuert. Doch stimmt diese Theorie wirklich?

Die WHO definiert Übergewicht und Fettleibigkeit als abnormale oder übermäßige Fettansammlung mit einem erhöhten gesundheitsgefährdenden Risiko. Übergewicht beginnt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25, Fettleibigkeit ist ab einem BMI von 30 erreicht (1). Übergewicht hat sich weltweit seit 1975 nahezu verdreifacht; 2016 waren 39 Prozent der Erwachsenen übergewichtig und 13 Prozent fettleibig (2). Mit wachsendem BMI steigt das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, muskuloskelettale Funktionsstörungen und einige Arten von Krebs (2). Zudem verdoppelt sich die Prävalenz für Depressionen bei Fettleibigkeit im Vergleich zum Normalgewicht (3). Daher ist es von großer Bedeutung, dieser Entwicklung gegenzusteuern – eine gängige Maßnahme ist Bewegung.