Eindrückliche Beispiele aus dem Sport zeigen, wie es durch Mechanismen der konstanten Reiz-Reaktions-Koppelung zur Ausbildung eines unterschiedlichen Habitus kommt – etwa Bodybuilder versus Marathonläufer (Abb. 1). Körperliche Betätigung aktiviert das vegetative Nervensystem; darauf reagiert der Körper mit „fight“ oder „flight“. Die Analogien zum Kraft- und Ausdauertraining sind dabei erstaunlich.

Die Flight-Antwort ist vergleichbar mit Ausdauertraining. Dieses ist durch repetitive Kontraktionen der Skelettmuskulatur gekennzeichnet und wirkt sich vor allem auf die Synthese von Mitochondrien aus, welche die Energiegewinnung unter Sauerstoffverwendung in der Muskelzelle ermöglichen. Im Gegensatz dazu ist die Fight-Antwort vergleichbar mit Krafttraining: Es induziert durch kurze, schnell erschöpfende, wiederholte Kontraktionen die Synthese myofibrillärer Eiweiße im Skelettmuskel. Diese beiden Vorgänge stehen sich konträr gegenüber. Insbesondere bei Krafttraining vor einem Dauerleistungstraining kommt es zur Aktivierung von Entzündungsmechanismen und zu Eiweißabbau. Deshalb empfiehlt es sich – zumindest im Hochleistungssport –, Kraft- und Dauerleistungstraining zu separieren und als Blocktraining auszugestalten, um optimale Trainingseffekte zu erzielen.