Barfußlaufen ist die natürlichste Form der menschlichen Fortbewegung. Vor 40.000 Jahren haben unsere Vorfahren zum Schutz vor Hitze die Sandale entwickelt. Anfangs nur für wohlhabende Gesellschaftsschichten erschwinglich, wurde der Schuh bald zum Statussymbol. Noch heute kann darüber der Persönlichkeit Ausdruck verliehen werden. Doch birgt der moderne Schuh auch Nachteile für den menschlichen Bewegungsapparat. Was ist dran an der Aussage von Ido Portal: „High tech shoes = low tech foot?“ (1). Regelmäßiges, wohldosiertes Barfußlaufen hat viele natürliche Vorteile.

Das Meisterwerk Fuß. Füße sind die Basis, auf der wir durchs Leben gehen. In unseren Füßen befindet sich rund ein Viertel der menschlichen Knochen. Das Gerüst, welches die Füße zusammenhält, kommt einem Meisterwerk der Natur gleich. Der Fuß besteht aus 26 Knochen, 27 Gelenken, 32 Muskeln und Sehnen, 107 Bändern und über 1.700 Nervenenden (2).

Der Fuß lässt sich in drei Bereiche unterteilen (Abb. 1):

  • Fußwurzel (Tarsus): Im hinteren Bereich befindet sich die Fußwurzel, die sich aus sieben Knochen zusammensetzt, unter anderem dem Fersenbein (Calcaneus) und dem Sprungbein (Talus), welches auf dem Fersenbein aufliegt. Das Fersenbein ist für das Beugen der Muskulatur im Unterschenkel verantwortlich.
  • Mittelfuß (Metatarsus): Der Bereich zwischen Fußwurzel und Zehen wird als Mittelfuß bezeichnet und besteht aus fünf Knochen. Mit seiner mehrdimensionalen Wölbung federt er Erschütterungen ab und leitet einen Teil des Körpergewichts auf den Vorfuß.
  • Vorfuß (Antetarsus): Den vorderen Bereich bilden die fünf Zehen. Die Großzehe besteht aus zwei Knochen, die weiteren vier Zehen aus jeweils drei Knochen. Der große Zeh hilft dabei, das Gleichgewicht zu halten und sich beim Gehen abzustoßen.
Abbildung 1: Knöcherne Anatomie des FußesHank Grebe / shutterstock
Abbildung 1: Knöcherne Anatomie des Fußes

Die Fußwurzelknochen weisen zwei Gewölbe auf: das Quergewölbe im mittleren Fuß zwischen dem rechten und linken Fußrand und das Längsgewölbe zwischen den Zehen und der Ferse. Eine Vielzahl von Muskeln, Sehnen und Bändern ist für die Aufrechterhaltung der Gewölbe zuständig. Mit diesen natürlichen Stoßdämpfern kann unser Fuß beim Laufen den entstehenden Körperdruck abfedern. Beim normalen Gehen wirkt das Vier- bis Fünffache des Körpergewichts auf den Hinterfuß, beim Joggen das Neunfache. Wenn sich das Gewölbe absenkt, kommt es zu bekannten Fußfehlstellungen wie Senk-, Platt- oder Spreizfuß.